Milch und mehr im Melkhus genießen

Was Wanderern auf bayrischen Almen schon lange recht ist, ist heute Gästen im Nordwesten Niedersachsens billig: Die Rast auf dem Bauernhof. Seit 2001 die ersten Melkhüs (niederdeutsch für Milchhäuser) entlang der Dollartroute im Landkreis Leer eröffneten, hat sich diese Form der Gästebewirtung auf ganz Ostfriesland und zahlreiche andere Landkreise im Nordwesten ausgebreitet.

Aber was sind Melkhus? Melkhus, im Plural Melkhüs oder auch Melkhuske genannt, sind Rastmöglichkeiten auf landwirtschaftlichen Betrieben, meist vor und in grünen Holzhäuschen. Sie liegen häufig abseits verkehrsreicher Straßen entlang zahlreicher Radrouten. Ihren Gästen bieten sie als Stärkung neben frischer Milch, selbst gemachte Milchmixgetränke, Quarkspeisen, Joghurt und mehr an.

Betrieben werden die Melkhüs von Bäuerinnen und Landfrauen, die auch gerne Informationen über Land, Leute und Landwirtschaft weitergeben. Teilweise wird der Geschäftsbetrieb aber auch mittels einer Kasse des Vertrauens abgewickelt. Der Grund: Bäuerinnen übernehmen viele Aufgaben im landwirtschaftlichen Betrieb, so dass sie neue Gäste nicht immer persönlich willkommen heißen können.

Die meisten Melkhüs sind tagsüber vom 1. Mai bis Ende September geöffnet und liegen an Rad- und Wanderrouten, wie z.B. der Sielroute in der Wesermarsch oder der Dollartroute in Ostfriesland. Wer sie sucht, sollte nach grünen Holzhäusern und blau gestrichenen Fahrrädern Ausschau halten, die an Abzweigungen den Weg zu ihnen weisen. Wer lieber bereits zu Hause plant, findet Adressen der Melkhüs hier und auf der Datenbank der Internetseite der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. oder wendet sich an die Touristik-Büros der jeweiligen Landkreise.