Grassilage: Ernte läuft auf Hochtouren

Der Beginn der Grasernte in Niedersachsen hat sich aufgrund geringen Wachstums bei der kühlen Witterung der zurückliegenden Wochen verzögert, läuft jetzt aber auf Hochtouren. Trotz vielversprechender Ernteprognosen für den kommenden Sonntag haben viele Landwirte bereits Anfang dieser Woche ihr Grünland gemäht, um beim Wetter auf der sicheren Seite zu sein. Sie verzichten damit bewusst auf höhere Erträge, denn jeder Tag brächte die Bestände weiter ans Ernteoptimum. Dieses wird nicht nur vom Ertrag, sondern auch von Qualitätsparametern wie Rohfaser, Zuckergehalt und Energiedichte bestimmt.

Für bereits gemähte Bestände rechnet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit Erträgen von etwa 35 bis 40 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) bei tendenziell etwas zu hohen Zucker- und noch sehr geringen Rohfasergehalten. Für das Wochenende prognostiziert die Kammer dann schon Erträge von 50 bis 60 dt/ha mit insgesamt sehr guter Qualität. Die wird nicht nur durch die Inhaltsstoffe und den Geschmack des späteren Rinderfutters, sondern auch durch den Silierprozess selbst beeinflusst. Dabei wird das angetrocknete und verdichtete Gras unter Sauerstoffabschluss ähnlich wie Sauerkraut milchsauer vergoren. Das macht das Futter haltbar und schmeckt den Tieren gut. Nach sechs bis acht Wochen kann die Grassilage bereits bedenkenlos verfüttert werden.

Dass es die Landwirte mit ihrem ersten Grünlandschnitt eilig haben, resultiert auch aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres: Da wurde das Warten auf den optimalen Erntezeitpunkt nicht belohnt, denn eine plötzliche längere Regenperiode verzögerte die Mahd immer weiter. Am Ende führte das zu einem erhöhten Rohfasergehalt des Grases mit unmittelbar negativen Folgen für den Silierprozess und die Energiedichte des Milchviehfutters.

Im Abstand von vier bis sechs Wochen folgen nun auf den aktuellen ersten Schnitt noch drei bis vier weitere. Ende Juni, Anfang August und Mitte September hoffen die Landwirte dann wieder auf eine gute Grasernte, denn sie ist die Basis für die Fütterung der Rinder, insbesondere der Kühe im Stall. Voraussetzung dabei ist, dass das Wetter mitspielt. Genügend Wasser während der Wachstumsphase sowie wenige Tage mit günstiger Witterung für die Ernte sind dann wieder die Voraussetzung dafür, dass am Ende Ertrag und Qualität der Grassilage stimmen. Doch sicher ist das nicht. Ist es zum Beispiel über längere Zeit zu trocken, kann es passieren, dass ein Schnitt ertraglich komplett ausfällt.

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