Jahr der Frauen in der Landwirtschaft – drei Fragen an Katrin Carl
Im Rahmen der Kampagne zum Jahr der Frauen in der Landwirtschaft stellt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen 12 Frauen vor, die für alle aktiven Frauen in der Landwirtschaft stehen. Heute im Gespräch: Katrin Carl, Landwirtin aus Wunstorf. Frau Carl verbindet auf ihrem Betrieb Tradition, Vielfalt und Innovation – in 11. Generation. Neben Ackerbau, Mutterkuhhaltung, Jungtieraufzucht und Grünlandbewirtschaftung engagiert sie sich als Bauernhofpädagogin und schafft mit ihren Blumenfeldern besondere Erlebnisse für Besucherinnen und Besucher.
Was hat Sie ursprünglich in die Landwirtschaft geführt - und was begeistert Sie bis heute daran?
Ich bin Hofnachfolgerin in der 11. Generation und dadurch schon früh mit der Landwirtschaft in Berührung gekommen. Die Familientradition hat mich geprägt und bringt eine gewisse Verantwortung mit sich, die ich gerne übernehme. Gleichzeitig begeistert mich bis heute, dass wir Lebensmittel produzieren und damit etwas schaffen, das Menschen zum Leben brauchen. Es ist ein gutes Gefühl, mit den eigenen Händen etwas zu erschaffen und am Ende die Ergebnisse der eigenen Arbeit zu sehen. Besonders faszinierend finde ich die enge Zusammenarbeit mit der Natur. Kein Jahr ist wie das andere, und genau diese Verbindung aus Tradition, Verantwortung und der Arbeit mit der Natur macht die Landwirtschaft für mich so besonders.
Woran machen Sie ihren persönlichen Erfolg fest - und was hat Ihnen auf Ihrem Weg besonders geholfen?
Persönlichen Erfolg mache ich nicht an kurzfristigen Ergebnissen fest, sondern daran, ob wir unsere Ziele langfristig erreichen und unseren Betrieb stetig weiterentwickeln. Dabei versuche ich immer, in allen Bereichen das Bestmögliche anzustreben – sei es beim Tierwohl, in der Wirtschaftlichkeit oder im Ackerbau. Besonders geholfen hat mir auf meinem Weg die Zusammenarbeit mit einem starken Team. Dazu gehört meine Familie ebenso wie meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für mich entstehen die besten Ergebnisse, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen und auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. Deshalb denke ich langfristig und setze auf Vertrauen, Zusammenhalt und eine klare gemeinsame Richtung.
Welchen Tipp möchten Sie anderen Frauen mit auf den Weg geben, die in der Landwirtschaft ihren eigenen Weg gehen wollen?
Mein wichtigster Tipp ist: Lassen Sie sich nicht von Ihrem Weg abbringen. Wer sich klare Ziele setzt und weiß, was er erreichen möchte, kann auch Herausforderungen und Rückschläge besser meistern. Dabei darf man keine Angst vor Umwegen haben. Nicht immer führt der direkte Weg zum Ziel, aber oft lernt man gerade auf diesen Umwegen besonders viel. Es ist wichtig, auf die eigene Stimme zu hören und seinen eigenen Überzeugungen treu zu bleiben. Und bei allem Engagement sollte man nicht vergessen, sich auch einmal eine Pause zu gönnen. Abschalten, Kraft sammeln und neue Energie tanken gehören für mich genauso zum Erfolg dazu wie Durchhaltevermögen und Fleiß.

