Apfel-Allergie: Pompur – eine allergikerfreundliche Sorte
Der Biss in die knackige Schale eines Apfels gehört für viele Menschen in Deutschland zum Alltag. Kaum ein anderes Obst wird so häufig und so gern verzehrt wie der Apfel. Doch für einen Teil der Bevölkerung endet dieser einfache Genuss mit unangenehmen Reaktionen: Juckreiz, Kribbeln oder Schwellungen im Bereich von Mund, Lippen und Rachen können den vermeintlich harmlosen Snack zu einer Herausforderung machen. Was genau im Körper der Betroffenen geschieht, warum die Birke dabei eine zentrale Rolle spielt und weshalb mit neuen, allergikerfreundlichen Sorten wie „Pompur“ erstmals Alternativen entstehen, erfahren Sie im Folgenden.
Apfelallergie – Was passiert im Körper?
Eine Apfelallergie ist eine Form der Nahrungsmittelallergie, bei der das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Eiweißbestandteile im Apfel reagiert. In Mitteleuropa tritt sie besonders häufig im Zusammenhang mit einer pollenassoziierten Allergie auf – vor allem bei Menschen, die gegen Birkenpollen sensibilisiert sind. Da sich das Apfelallergen stark mit dem Birkenpollenallergen ähnelt, kommt es zu einer sogenannten Kreuzreaktion. Charakteristisch für eine Apfelallergie ist, dass kurz nach dem Verzehr eines rohen Apfels Beschwerden wie Kribbeln, Juckreiz oder Schwellungen in Mund, Lippen, Zunge oder Rachen auftreten.
Wichtig zu wissen: Ein positiver Allergietest bedeutet nicht automatisch, dass ein lebenslanger Verzicht auf Äpfel notwendig ist. Darauf weist der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) ausdrücklich hin. Ein solcher Test zeigt zunächst lediglich eine Sensibilisierung, also die Bildung spezifischer Antikörper. Welche Lebensmittel tatsächlich Symptome hervorrufen, muss individuell geprüft werden. Zur Unterstützung bietet der DAAB den „Allergie-Wegweiser“, eine Datenbank, über die Betroffene qualifizierte Ansprechpartner finden können. Alternativ hilft auch der behandelnde Arzt bei der individuellen Abklärung weiter.
Diagnose Apfelallergie: Kann ich nie wieder einen Apfel essen?
Eine allgemeingültige Empfehlung lässt sich hier nicht geben, denn die Verträglichkeit ist bei jedem Betroffenen individuell. Entscheidend ist häufig, welche Apfelsorte verzehrt wird, unter welchen Anbaubedingungen sie gewachsen ist, wie die Früchte gelagert wurden und in welchem Reifestadium sie sich befinden. Der Gehalt des Hauptallergens kann sich z.B. während der Reifung bei einigen Sorten erhöhen, bei anderen hingegen kaum verändern. Auch die individuell tolerierbare Menge variiert von Person zu Person.
Allergikerfreundliche Sorten – Welche werden empfohlen?
Viele Betroffene berichten, dass ältere Apfelsorten tendenziell besser vertragen werden. Dennoch sollten Betroffene nicht eigenständig experimentieren. Besonders stark sensibilisierte Menschen können selbst auf vermeintlich unbedenkliche Sorten deutlich reagieren. Daher ist die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt der sicherste Weg.
Um Betroffenen wieder ein unbeschwertes Genusserlebnis zu ermöglichen, begann vor über 20 Jahren die gezielte Züchtung allergenarmer Apfelsorten. Seit November 2025 ist mit „Pompur“ die weltweit erste ECARF‑zertifizierte allergikerfreundliche Apfelmarke erhältlich. Menschen mit diagnostizierter Apfelallergie zeigen nach dem Verzehr dieser Sorte keine oder nur sehr geringe Beschwerden im Vergleich zu herkömmlichen Apfelsorten. Dennoch gilt: „Pompur“ ist allergikerfreundlich, aber nicht völlig allergiefrei. Einzelne Reaktionen sind möglich, da jede Allergie individuell ausgeprägt ist. Die Sorte „Pompur“ bietet somit vielen Betroffenen eine neue Chance, wieder einen Apfel genießen zu können.
Was steckt hinter dem ECARF‑Siegel?
Die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) verleiht ihr Siegel ausschließlich an z.B. Produkte und Dienstleistungen, die klar definierte wissenschaftliche Kriterien zur Allergikerfreundlichkeit erfüllen. Dazu zählt auch der Apfel „Pompur“, der nach mehrjährigen Untersuchungen zertifiziert wurde.
Wo wird der Apfel angebaut – und wo kann ich ihn kaufen?
Der Anbau der "Pompur"‑Sorten erfolgt in Mitgliedsunternehmen der Züchtungsinitiative Niederelbe (ZIN) im Alten Land/ Niederelbe sowie in ausgewählten Obstbaubetrieben zwischen Hamburg und Cuxhaven. Die Sorte "Pompur" ist saisonal und regional begrenzt auf Wochenmärkten, im Online‑Handel sowie im deutschen Lebensmitteleinzelhandel erhältlich. Da „Pompur“ eine noch sehr junge Apfelmarke ist, sind die Erntemengen bislang gering, weshalb das Angebot derzeit noch begrenzt ausfällt.
Auch die Zubereitungsart spielt eine wichtige Rolle
Produkte wie Apfelmus oder Apfelkuchen werden von Allergikern häufig besser vertragen, da sich durch das Erhitzen sowohl die Struktur der Allergene als auch Konsistenz und Geschmack verändern.
Fazit
Eine Apfelallergie ist ein hochgradig individuelles Krankheitsbild. Es gibt weder den einen Weg noch die eine Sorte, die jede betroffene Person verträgt. Dennoch bietet die Entwicklung allergikerfreundlicher Äpfel wie „Pompur“ neue Perspektiven. Unter ärztlicher Begleitung können viele Betroffene erstmals seit Jahren wieder einen frischen Apfel genießen.

