Jahr der Frauen in der Landwirtschaft – drei Fragen an Elise Köhler
Im Rahmen der Kampagne zum Jahr der Frauen in der Landwirtschaft stellt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen 12 Frauen vor, die für alle aktiven Frauen in der Landwirtschaft stehen. Heute im Gespräch: Elise Köhler, Unternehmerin aus Lehrte.
Sie betreibt Weinbau in Niedersachsen und geht damit in der Region einen seltenen und besonderen Weg.
Was hat Sie ursprünglich in die Landwirtschaft geführt - und was begeistert Sie bis heute daran?
Als 16. Generation wurde mir die Landwirtschaft mehr oder weniger in die Wiege gelegt. Meine eigene Motivation habe ich jedoch über meine Leidenschaft zum Kochen und zu Lebensmitteln gefunden. Die Verbindung zwischen Erzeugung und der Qualität der Lebensmittel fasziniert mich bis heute und ist ein zentraler Antrieb für mein Engagement in der Landwirtschaft.
Woran machen Sie ihren persönlichen Erfolg fest - und was hat Ihnen auf Ihrem Weg besonders geholfen?
Persönlichen Erfolg messe ich zum einen daran, dass der Betrieb wirtschaftlich stabil aufgestellt ist und nachhaltig Gewinne erwirtschaftet. Zum anderen spielt für mich die eigene Zufriedenheit eine entscheidende Rolle: Freude an der Arbeit und ein erfüllendes Arbeitsumfeld sind für mich ebenso wichtig wie wirtschaftliche Kennzahlen.
Dabei hilft mir die richtige Balance aus Ehrgeiz und Entspannung. Um sowohl die eigene Motivation als auch die des Teams langfristig aufrechtzuerhalten, halte ich es für essenziell, bewusst zwischen intensiven Arbeitsphasen und erholsamen Pausen zu wechseln.
Welchen Tipp möchten Sie anderen Frauen mit auf den Weg geben, die in der Landwirtschaft ihren eigenen Weg gehen wollen?
Ein wichtiger Erfolgsfaktor: An sich selbst glauben – auch dann, wenn es von außen Gegenwind gibt. Nur weil jemand anderes nicht daran glaubt, heißt es noch lange nicht, dass es nicht möglich ist.
Man begegnet nicht selten Skepsis oder negativen Stimmen von außen. Entscheidend ist, einen konstruktiven Umgang damit zu finden – denn die Meinungen anderer lassen sich meist nicht verändern. Umso wichtiger ist es, den Fokus auf die eigenen Ziele zu richten und sich nicht von äußeren Bewertungen entmutigen zu lassen.

