Jahr der Frauen in der Landwirtschaft – drei Fragen an Franziska Bennecke

Im Rahmen der Kampagne zum Jahr der Frauen in der Landwirtschaft stellt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen 12 Frauen vor, die für alle aktiven Frauen in der Landwirtschaft stehen. Heute im Gespräch: Franziska Bennecke, Landwirtin aus Kissenbrück. Frau Bennecke ist auf dem Hof ihres Vaters aufgewachsen. Heute ist sie Betriebsleiterin eines Ackerbaubetriebes und gehört zur Geschäftsführung einer Maschinen-GbR. Dabei verfolgt sie ein klares Motto: Einfach machen!

Was hat Sie ursprünglich in die Landwirtschaft geführt - und was begeistert Sie bis heute daran?

Ich bin auf dem väterlichen Betrieb aufgewachsen und hatte dadurch von Anfang an einen sehr engen Bezug zur Landwirtschaft. Besonders die Erntezeit hat mich schon früh begeistert. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie gerne ich beim Getreideschaufeln dabei war. Dieses Gefühl hat mich geprägt und ist bis heute geblieben.Was mich an der Landwirtschaft nach wie vor fasziniert, ist das Leben und Arbeiten in und mit der Natur. Man hat Verantwortung, kann Erfahrungen nutzen und mit moderner Technik sehr präzise arbeiten – und trotzdem gibt es immer wieder Dinge, die sich unserem Einfluss entziehen. Gerade diese Mischung aus Wissen, Erfahrung, Verantwortung und dem Unvorhersehbaren macht für mich den besonderen Reiz der Landwirtschaft aus. 

Woran machen Sie ihren persönlichen Erfolg fest - und was hat Ihnen auf Ihrem Weg besonders geholfen?

Persönlichen Erfolg würde ich nicht ausschließlich an Zahlen oder an der Größe eines Betriebes festmachen. Für mich gehört dazu, einen Betrieb langfristig und wirtschaftlich verantwortungsvoll zu führen und dabei Strukturen zu schaffen, in denen die Menschen gerne miteinander arbeiten. Ich arbeite sehr eng mit meinen Partnern sowie Mitarbeitern zusammen. Es gibt Situationen, in denen das Wetter die Planung über den Haufen wirft, eine Maschine ausfällt oder man im Nachhinein feststellt, dass eine Entscheidung vielleicht nicht die richtige war. Gerade dann ist es unglaublich wertvoll, Menschen um sich zu haben, mit denen man offen sprechen kann.

Welchen Tipp möchten Sie anderen Frauen mit auf den Weg geben, die in der Landwirtschaft ihren eigenen Weg gehen wollen?

Mein wichtigster Rat ist: Einfach machen!
Man sollte sich nicht zu viele Gedanken darüber machen, ob andere Menschen einem etwas zutrauen oder ob man erst noch irgendwelchen Erwartungen entsprechen muss (meine härteste Lektion!). Landwirtschaft braucht ganz unterschiedliche Fähigkeiten: unternehmerisches Denken, technisches Verständnis, Organisation, Menschenkenntnis, Ausdauer, weibliche Intuitionen und manchmal auch einfach eine gute Portion Pragmatismus. Deshalb würde ich anderen Frauen sagen: Traut Euch, Euren eigenen Weg zu gehen. Macht das, was Euch Freude macht, bleibt neugierig und habt keine Angst davor, Entscheidungen zu treffen. Hört auf Euren Bauch und versucht Euch immer treu zu bleiben – dann wird es auch gut!