Direktvermarktung: Landwirte erschließen sich eigene professionelle Absatzwege

Milch aus dem Automaten, Eier aus dem Mobilstall, Gemüse, Kartoffeln, … die Erzeugnisse kommen direkt vom Acker oder aus dem Stall unserer heimischen Bauern und Bäuerinnen. Immer mehr Landwirte in Niedersachsen entscheiden sich, ihre Produkte direkt ab Hof zu verkaufen. Hinzu kommt – oftmals in Kombination mit dem Hofladen – der Absatz der Waren über Märkte, Straßenverkaufsstände, Onlineshops, Abokisten oder Lieferdienste.

„Direkt“ vertrieben wird professionell. Moderne Direktvermarkter müssen nicht nur gute Landwirte sondern auch erfolgreiche Einzelhändler sein. Da die angebotenen Waren auch im Supermarkt nebenan in den Kühlregalen und Gemüseabteilungen liegen, müssen Kunden mit guten Argumenten und Serviceangeboten überzeugt werden. Garantiert kurze Transportwege der Waren und nicht zuletzt das besondere Einkaufserlebnis sind oftmals ausschlaggebend für die Kundenentscheidung.

Die Auflagen, die ein Landwirt im Hofladen erfüllen muss, sind kaum geringer als die im Supermarkt um die Ecke. So gilt auch für den Direktvertrieb die Hygieneverordnung, die unter anderem vorschreibt, dass Fleisch, Milchprodukte und Gemüse in getrennten Kühlzellen gelagert werden, damit Schmutz und Geruch nicht von Produkt zu Produkt weitergegeben werden. Schlachtet der Landwirt selbst, braucht er zudem einen eigenen Schlachtraum, einen eigenen Zerlegeraum und einen Kühlraum. Und wie für alle Lebensmittel gilt auch für die vom Direktvermarkter: Der Kunde muss darüber informiert werden, was drin ist – etwa in der Wurst. Denn neben der Qualität und der Frische der landwirtschaftlichen Produkte, die direkt vom Erzeuger verkauft werden, ist es auch das persönliche Vertrauen in den Landwirt aus der Region, das den Verbraucher statt in den Supermarkt in den Hofladen oder zum Bauernmarkt gehen lässt.