Raps - Leuchtend gelbes Blütenmeer für kurze Zeit

Aus schwarzen Körnern werden Öle für Küche und Technik hergestellt - Pflanzenbaufachleute der Landwirtschaftskammer rechnen dieses Jahr mit unterdurchschnittlichen Erträgen

Oldenburg - Es dauert nicht mehr lange, dann leuchten die niedersächsischen Rapsfelder in ihrer vollen gelben Blütenpracht und werden für etwa vier Wochen das Landschaftsbild nachhaltig prägen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen auf 122.000 Hektar Raps geerntet, das sind rund sechs Prozent der Ackerfläche in Niedersachsen. Der Durchschnittsertrag lag mit rund 31 Dezitonnen je Hektar auf niedrigem Niveau.

Raps ist die wichtigste heimische Ölpflanze. Aus den gelben Blüten entwickeln sich nach der Bestäubung durch Insekten Schoten mit zwei Millimeter dicken, schwarzen Körnern. Deren Ölgehalt liegt je nach Rapssorte zwischen 43 bis 46 Prozent. Daraus werden zum Beispiel Speiseöl, Margarine, aber auch biologisch abbaubare Schmier- und Treibstoffe wie Hydrauliköl oder Biodiesel hergestellt. Beliebt bei Verbrauchern ist auch der Rapshonig. Rund 40 Kilogramm sind es, die der Imker von einem Hektar Raps erntet.

Für das aktuelle Anbaujahr rechnen die Pflanzenbauexperten der LWK mit unterdurchschnittlichen Erträgen. In ganz Niedersachsen zeigt sich mit unterschiedlicher regionaler Ausprägung eine ungleichmäßige Entwicklung der Bestände. Die Spanne reicht von normalem Blühverlauf bis hin zu starken Beeinträchtigungen der Blüten- beziehungsweise Schotenbildung, die durch vertrocknende und abfallende Blütenknospen erkennbar werden.

Als eine Ursache für diese Situation wird eine sogenannte physiologische Knospenwelke vermutet, die auf die regional starken Temperaturänderungen zurückgeführt wird. Gab es im Februar und März noch gravierende Nachtfröste, stiegen die Temperaturen und die Sonneneinstrahlung Mitte April vergleichsweise stark an. So wurden die Rapspflanzen zu starkem Wachstum angeregt, die Nährstoffnachlieferung aus dem noch relativ kalten Boden war jedoch zögerlich.

Zudem finden sich in vielen Beständen nur schwach ausgebildete Rapswurzeln, was die Nährstoffaufnahme zusätzlich erschwerte. So konnten Blütenknospen nicht ausreichend angelegt beziehungsweise bereits angelegte Knospen nicht ausreichend versorgt werden und wurden abgeworfen, der Ansatz von korntragenden Schoten bleibt aus.

Ein zum Teil starker Anflug von Rapsglanzkäfern verschärfte die Situation zusätzlich. Je nach Entwicklungsstand der Bestände bei Eintritt der beschriebenen Verhältnisse können Seitentriebe die Ausfälle noch teilweise kompensieren, Ertragseinbußen sind jedoch zu erwarten, die bis zu einem vorzeitigen Umbruch besonders stark betroffener Bestände führen können.

Wenig Freude machen auch die Rapspreise. Sie verharren auf niedrigem Niveau. Das kann auch Auswirkungen auf künftige Anbauplanungen der Landwirte haben. Sollten sich die Preise nicht erholen, wird die angebaute Fläche trotz vieler pflanzenbaulicher Vorteile wohl zurückgehen, vermuten die Experten der Landwirtschaftskammer.

 


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